

Verein
für den Schutz und die Nachhaltige Nutzung der Ökosysteme Amazoniens
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Stand
Projekt
Lapacho-Tee
X. Zwischenbericht zum Projekt "Lapacho-Rinde aus kontrolliert nachhaltiger Ernte"
Aktueller Stand
Prof. Coutinho, der Leiter des wissenschaftlichen Begleitprogramms, kam soeben mit seiner Studentengruppe aus dem Erntegebiet zurück. Er brachte eine gute und eine schlechte Nachricht mit.
Positiv ist, daß er sich problemlos in die vorbereiteten Strukturen - Gemeinde Maués, IDS-Institut, Dorfgemeinschaften im Erntegebiet - einfügen konnte und volle Unterstützung bekam. Alle Beteiligten sind bereit, den baldestmöglichen Beginn der Ernte zu unterstützen.
Leider konnte er mit seiner Gruppe nicht wie vorgesehen das wissenschaftliche Begleitprogramm und damit die Ernte starten. Er kommt nicht an die Bäume. In Dorfnähe gibt es zu wenige Lapacho-Bäume, von denen einige auch gelber Ipé sind und daher ausscheiden. Die große Masse der Bäume sind weiter von den Dörfern entfernt. Der Zugang ist nur per Fluß, und wir sind am Ende der Trockenzeit. Der Wasserstand ist dieses Jahr ungewöhnlich niedrig, so niedrig, daß er mit dem Boot nicht ins Erntegebiet kommt. Zwar kann man mit dem Kanu dorthin gelangen, aber seine Gruppe muß irgendwo übernachten. Im Dorf unmöglich, weil zu weit entfernt. Die Gruppe würde akzeptieren, auf dem Boot zu übernachten (das auch zur Verfügung stehen würde), aber auch das kommt nicht nahe genug hin. Es sind immer noch stundenlange Wege per Außenborder zu den gehäuft auftretenden Lapacho-Bäumen.
Fazit: Erst im März, wenn die Regenzeit eingesetzt hat und der Fluß gestiegen ist, kann die Ernte beginnen. Bis dahin sollen die Dorfbewohner weitere Bäume lokalisieren, die Uni stellt ab Januar einen Forstwirt ab, um bei der Identifizierung zu helfen.
Die Regenzeit hat dieses Jahr spät eingesetzt und war kurz, die Flüsse sind sehr stark gesunken. Gegen die Natur Amazoniens zu arbeiten, ist fast unmöglich - nur mit Materialschlacht und Profis. Wochenlang mitten im Regenwald zu kampieren, ist mit Studenten nicht möglich. Leider haben wir keine Alternative, als bis März zu warten.
Manaus, 16.11.2004